In Oberösterreich haben Jugendliche einen Pensionisten "aus Rache" krankenhausreif geschlagen. Der 65-Jährige hatte am Sonntag einen 15-jährigen Schüler beim Beschädigen eines Zeitungsständers erwischt und der Gendarmerie übergeben. Einen Tag später stürmte der Bursch mit Bekannten die Wohnung des Pensionisten im Bezirk Perg, berichtete die Sicherheitsdirektion für Oberösterreich am Dienstag.

Montagnachmittag traf sich der 15-Jährige mit drei Burschen im Alter von 14, 17 und 19 Jahren sowie einem 15-jährigen Mädchen - sie wollten dem Pensionisten eine "Lektion" erteilen. Zunächst tranken sie Wein und Bier, dann gingen sie gegen 19.00 Uhr zur Wohnung des Mannes. Der Schüler läutete Sturm, seine Freunde stellten sich so im Stiegenhaus auf, dass sie aus der Wohnung nicht gesehen werden konnten.

Faustschläge

Die 69-jährige Ehefrau des Pensionisten öffnete nach dem Vorwand des 15-Jährigen, sich für die Tat vom Vortag entschuldigen zu wollen. Drei der Burschen stürmten die Wohnung, die beiden anderen Jugendlichen standen Schmiere. Der "Rächer" fiel sofort über den Pensionisten her, versetzte ihm Faustschläge ins Gesicht und trat ihm mit den Füßen gegen die Brust, so die Sicherheitsdirektion. Als die Ehefrau versuchte, einen der Jugendlichen aus der Wohnung zu drängen, warf sie dieser um. Schließlich riss der 15-Jährige das Telefonkabel aus der Dose, schmiss es auf den Boden, woraufhin der 19-Jährige auf das Gerät sprang und es zerstörte.

"Abreibung"

Nachdem die Pensionistin lautstark zu schreien begonnen hatte und der Schüler der Meinung war, die beiden hätten "genug Abreibung" bekommen, flüchtete das Quintett, konnte aber nach einer Fahndung aufgegriffen und vorläufig in Verwahrung genommen werden, teilte die Sicherheitsdirektion mit.

Der Pensionist erlitt durch den Angriff der Jugendlichen eine Toraxprellung und möglicherweise eine Rippenfraktur. Er wurde ins Linzer Allgemeine Krankenhaus eingeliefert. Seine Frau wurde an der Hand verletzt und vom Arzt versorgt. Die Jugendlichen wurden auf freiem Fuß angezeigt. (APA)