Tel Aviv - Deutschland und Israel wollen ihre militärische Zusammenarbeit intensivieren. Dies wurde bei dem zweitägigen Besuch des deutschen Verteidigungsminister Peter Struck in Israel verabredet, der am Dienstag zu Ende ging. Struck sprach sich vor Studenten an der Privat-Universität in Herzlia nördlich von Tel Aviv für langfristige und umfassende militärische und militärpolitische Beziehungen zwischen beiden Staaten aus. Israel und Deutschland hätten ein "elementares Interesse" an einer Stabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens sowie speziell des Irak.

An die Adresse der Amerikaner sagte Struck, eine Befriedung des Landes und ein erfolgreicher Aufbau des Staatsgefüges sei "aus der Rolle des Besatzers heraus nur schwer möglich". Rasche politische Souveränität und eine führende Rolle der UNO seien für den Irak entscheidend. Stabilisierung, Modernisierung und Demokratisierung der Region seien "ein Schlüssel für die globale Sicherheit des 21. Jahrhunderts". Struck plädierte in diesem Zusammenhang für ein enges Zusammenwirken von NATO und EU. Nach der EU wolle die NATO auf ihrem Gipfel in Istanbul eine eigene Initiative starten.

Trotz der angespannten innenpolitischen Lage in Israel nach dem Grundsatzbeschluss des Kabinetts über einen Rückzug aus dem Gazastreifen und einigen Siedlungen im Westjordanland wurde Struck auch von Ministerpräsident Ariel Sharon empfangen. Neben Sharon war Struck auch mit Verteidigungsminister Shaul Mofaz und Staatspräsident Moshe Katzav zusammengetroffen.

In den Gesprächen machte Struck deutlich, dass die Bundesregierung für den Kauf zweier deutscher U-Boote keine Finanzhilfe leisten wolle. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe soll nun Finanzierungsmöglichkeiten ausloten. Dem Vernehmen nach geht es dabei inzwischen um ein Gesamtvolumen von 1,2 Milliarden Euro. Offen ist die Frage, ob möglicherweise die drei bereits gelieferten U-Boote vom Typ Dolphin aufwendig nachgerüstet werden sollen. (APA/dpa)