Taliban-Kämpfer haben am Dienstag im Süden Afghanistans einen Konvoi amerikanischer Marineinfanteristen angegriffen. Es kam zu heftigen Gefechten mit den Soldaten. Dabei wurden nach afghanischen Angaben mindestens 21 Taliban getötet. Nach eigenen Angaben haben die Taliban 15 US-Soldaten getötet.

Das berichtete am Dienstag die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP. Taliban-Sprecher Mufti Latifullah Hakimi sagte der Agentur, die Miliz habe am Montagabend in der Ostprovinz Paktika ein amerikanisches Militärfahrzeug nahe dem Dorf Warsakhuwa angegriffen. Dabei seien 14 US-Soldaten umgekommen. Die Taliban seien außerdem für eine Explosion in der zentralen Provinz Uruzgan verantwortlich, bei der am selben Tag noch ein amerikanischer Soldat getötet und zwei weitere verwundet worden seien, sagte Hakimi weiter.

Islamische Extremisten wurden auch hinter einem weiteren Anschlag auf eine italienische Hilfsorganisation in der Nordwestprovinz Baghdis vermutet. Bei der Explosion einer Granate am Montag war nach offiziellen Angaben jedoch niemand verletzt worden. In der vergangenen Woche waren in derselben Provinz fünf Mitarbeiter der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" ermordet worden. Derzeit suchen rund 20.000 Soldaten der US-geführten Koalitionstruppen in Afghanistan nach Kämpfern der Taliban und von El Kaida.

Die Vorkommnisse verstärkten die weit verbreitete Sorge, dass die Lage vor der für September geplanten Parlamentswahl in Afghanistan weiter eskalieren könnte. Die Vereinten Nationen haben bisher knapp ein Drittel der schätzungsweise zehn Millionen Stimmberechtigten in Wählerlisten eingetragen. In die abgelegenen Gegenden im Süden und Osten des Landes sind sie aber noch nicht vorgedrungen.(APA/AP/dpa)