Wien - "Entsetzt" über die "Pogrom"-Aussage von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer zeigte sich am Dienstag die Wiener Zwi Perez Chajesloge der jüdischen Wohlfahrts- und Menschenrechtsorganisation B'nai B'rith. "Dass Sie die Verhältnisse im österreichischen Parlament, einer Demokratie, dich ich bewundere und die das vollste Vertrauen der ÖsterreicherInnen genießt, wo es des Öftern sicherlich nicht ganz vorbildlich zugeht, dass Sie diese Zustände mit jenen eines Pogroms vergleichen, erscheint für mich unakzeptabel", hält der Wiener B'nai B'rith-Präsident Victor Wagner in einem auch der APA übermittelten Schreiben an Gusenbauer fest. Als Nachfahre einer Familie, die das Jahr 1938 und die daraus resultierenden Folgen hautnah zu spüren bekommen habe, "muss ich mich verwehren, dass der Vergleich mit nationalsozialistischen Gräueltaten für parteipolitische Zwecke missbraucht wird". "Ich hätte mir eine andere Art der Aufarbeitung der österreichischen Geschichte erwartet", so Wagner. Gerade zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei die jüdische Gemeinde "sehr sensibel, wo sich doch der Spitzenkandidat Ihrer Partei für die Wahlen zum Europäischen Parlament (Hannes Swoboda, Anm.) aus mir unverständlichen Gründen federführend gegen eine nähere Untersuchung über die - möglicherweise nicht umumstrittene - Verwendung von EU-Geldern seitens der palästinensischen Autonomiebehörden aussprach". (APA)