Bagdad - Die neue irakische Übergangsregierung hat schon vor ihrem offiziellen Amtsantritt am 30. Juni die volle Kontrolle über die Ölindustrie übernommen. "Heute ist der wichtigste natürliche Rohstoff an die Iraker zurückgekehrt", sagte Ministerpräsident Iyad Allawi am Dienstag bei der Besichtigung der Raffinerie El Dura im Süden von Bagdad. Die neue Regierung und das irakische Ölministerium hätten die volle Souveränität in der Ölförderung übernommen.

"In der Vergangenheit wurden die Öleinnahmen verwendet, um im Dienste einer einzelnen Person Paläste zu bauen und Waffen zu kaufen", sagte Allawi in Anspielung auf den gestürzten irakischen Machthaber Saddam Hussein. Künftig würden die Erlöse aus den Ölexporten im Interesse aller Iraker verwendet.

Der Irak verfüge mit mehr als 110 Milliarden Barrel (einem Barrel entsprechen rund 159 Liter) über die zweitgrößten Ölreserven der Welt, sagte Allawi. "Wir müssen diese kostbaren Rohstoffe schützen." Zur Sicherung der Förderanlagen und Pipelines wurde eine eigene Truppe mit rund 14.000 Wachleuten aufgestellt. (APA/AP)