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Diese Kristallurne enthielt das Herz von Ludwig dem XVII bei einer Zeremonie, bevor sie einem Pariser Labor zum DNA-Test gebracht wurde.

Foto: epa/giullot
Saint-Denis - Das Herz des im Jahr 1795 gestorbenen französischen Königssohnes Ludwig XVII. ist am Dienstag in die Königsbasilika von Saint-Denis nördlich von Paris transferiert zur letzten Ruhe gebettet worden. Die vor vier Jahren durch Gentests eindeutig identifizierten sterblichen Überreste des Sohnes von Ludwig XVI. und Marie-Antoinette wurden von der Kirche Saint-Germain-L'Auxerrois im Pariser Zentrum nach Saint-Denis gebracht.

Das Herz von Ludwig XVII., das nach seinem Tod in Alkohol eingelegt und zuletzt in einer Kristallvase aufbewahrt wurde, soll im Sockel des Grabs von Ludwig XVI. und Marie-Antoinette seine letzte Ruhestätte finden.

Die Irrfahrt des Herzens währte mehr als zwei Jahrhunderte und führte zum Teil über Österreich und Italien. Der Königssohn war in der Zeit der Französischen Revolution am 8. Juni 1795 im Alter von zehn Jahren in der Gefangenschaft der Revolutionäre an Tuberkulose gestorben. Nach seinem Tod wurde der Leichnam in ein Massengrab geworfen. Doch der Arzt, der das tote Kind untersucht hatte, schnitt das Herz heraus und bewahrte es auf. (DER STANDARD, Printausgabe, 9.6.2004)