Monterrey - In einem Gefängnis im mexikanischen Ciudad Juarez sollen die Häftlinge mit Hilfe einer Aroma-Therapie und klassischer Musik resozialisiert werden. Die Wärter begannen kürzlich damit, für eine Gruppe von 25 gewalttätigen und verwirrten Insassen Duftöle zu verbrennen und beruhigende Musik zu spielen.

"Dies ist ein einmaliges Programm um den am stärksten psychologisch und sozial verwahrlosten Häftlingen zu helfen, deren Verbrechen die Gesellschaft erschüttert haben", sagte Gefängnisdirektor Arturo Herrera der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir spielen Mozart für sie und bieten ihnen Beschäftigungs-, Spiel- und Aromatherapien an, um sie zu entspannen."

Zu der Therapiegruppe gehören Mörder und Vergewaltiger, die Haftstrafen von bis zu 40 Jahren verbüßen. "Wir wollen vermeiden, dass im Gefängnis nicht anständig nach den Insassen geschaut wird. Wir müssen sie wie menschliche Wesen behandeln", betonte Herrera.

Gewalttätigste Haftanstalten in der ganzen Welt Mexikanische Gefängnisse zählen zu den überfülltesten und gewalttätigsten Haftanstalten in der ganzen Welt. Im Gefängnis von Ciudad Juarez, das 1980 für 1.600 Häftlinge gebaut worden war, sind derzeit 4.020 Gefangene inhaftiert. In der Region nahe der Grenze zu den USA waren in den vergangenen zehn Jahren mehr als 300 Frauen ermordet worden. Einige ihrer Mörder sitzen in dem Gefängnis, kommen jedoch nicht in den Genuss der neuen Therapie. Sie werden in einem Isolationsblock festgehalten. (APA/Reuters)