Klagenfurt/Villach - Kärnten ist in dieser Woche medizinisches Zentrum Österreichs: In Klagenfurt werden Donnerstag und Freitag mehr als 1.000 Teilnehmer zum 45. Österreichischen Chirurgenkongress erwartet, in Villach sind von Mittwoch bis Samstag rund 600 Mediziner beim Österreichischen Gynäkologenkongress vertreten. Dabei werden gleichzeitig mehrere Operationen von ORF-Teams direkt in das Congress Center übertragen. Die Kongress-Teilnehmer können so in abwechselnden Schaltungen den neuesten Stand der jeweiligen OP-Techniken live miterleben.

Beim Chirurgen-Kongress in Klagenfurt werden sich die Ärzte unter anderem mit dem Thema "Perioperatives Management", also der Vorbereitung und Nachbehandlung von Patienten bei chirurgischen Eingriffen, befassen. Der Kongress findet in den Räumlichkeiten der Universität statt.

"Fast Track Surgery"

Kongress-Präsident Michael Starlinger, Leiter der chirurgischen Abteilung des LKH Klagenfurt, erläuterte am Mittwoch in einer Pressekonferenz, dass die traditionelle Vor- und Nachbehandlung die Patienten zusätzlichen Risiken aussetze. Das sei durch Studien aus Skandinavien aufgezeigt worden. Starlinger: "Neben einer guten Schmerztherapie ist es wichtig, die Patienten so rasch wie möglich aus dem Bett zu bekommen und sie zum Essen und Trinken zu bewegen. Ideal ist es, bereits am Tag der Operation die Mobilität der Patienten wieder herzustellen, da sich gezeigt hat, dass das Flachliegen im Bett kontraproduktiv sein kann." Ziel müsse es sein, dass die Operierten möglichst rasch wieder ihre frühere Fitness erreichen.

Diese Methode wird "Fast Track Surgery" genannt. Ein positiver Nebeneffekt ist laut Starlinger, dass die Patienten das Krankenhaus früher verlassen könnten, was wiederum zu Kostenersparnissen führe. Der Mediziner betonte aber gleichzeitig, dass "die Ökonomie zwar wichtig ist, aber dass wohl der Patienten zuerst kommt". (APA)