Wien - Der letzte Tag der 7. WHO-Welt-Sicherheitskonferenz "Saftey 2004" im Wiener Austria Center war der Gewaltprävention gewidmet. Und nicht nur der Gewalt gegen andere, sondern auch gegen sich selbst. Vor allem in Österreich ein heikles Thema. Denn EU-weit gesehen liegt Österreich mit 1.489 Selbstmorden im Jahr 2002 an vorletzter Stelle.

"Damit sterben bei uns deutlich mehr Menschen durch Suizid als im Straßenverkehr. Eine erbärmliche Statistik", sagte Rupert Kisser, Leiter des Instituts "Sicher Leben" und Präsident der WHO-Konferenz. Kisser machte am Mittwoch deutlich, dass Selbstmorde "keine Freitode" seien, sondern ein "unfreiwilliger Akt von Menschen, die subjektiv in die Enge getrieben wurden".

Seelische Probleme

Wie schon bei den am Montag und Dienstag behandelten Themen Verkehrssicherheit und Kindersicherheit gehe es auch bei der Gewaltprävention hauptsächlich um die Bewusstseinsbildung. Und beim Suizid darum, zu erkennen, dass seelische Probleme eine Krankheit wie jede andere darstellen. Kisser: "In unserer Gesellschaft werden seelisch Leidende oft alleine gelassen. Und der Betroffene selbst hält seine Probleme für eine Schwäche und schämt sich dafür."

Depressionen sind lebensbedrohliche Erkrankung

Man müsse in unserer Gesellschaft endlich erkennen, dass es sich bei Depressionen um eine lebensbedrohliche Erkrankung handelt, so Kisser und dementsprechend gegensteuern. Die Suizidopfer werden zudem immer jünger. Er habe sich auch sehr gewundert, dass von der österreichischen Gesellschaft für Suizid- Prävention niemand auf die "Safety 2004" gekommen sei. Kisser: "Es ist niemand da, der sich des Problems annimmt." (APA)