Paris - Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Nicolas Sarkozy hat einen Einstieg von Siemens bei Alstom nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Doch müssten die Deutschen einen Vorschlag vorlegen, wenn sie einen Teil des Kapitals von Alstom übernehmen wollten, sagte Sarkozy am Mittwoch in Paris.

Zudem komme nur eine Partnerschaft unter Gleichen in Frage und der französische Konzern dürfe nicht zerschlagen werden. Es gehe schließlich um 77.000 Arbeitsplätze, darunter etliche in Deutschland. Im Rahmen des milliardenschweren Alstom-Rettungsplans hat sich Paris damit einverstanden erklärt, dass der Konzern binnen vier Jahren Geschäftspartnerschaften eingeht, um langfristig überleben zu können.

"Finanzminister hat Pflicht einzugreifen"

Zugleich verteidigte Sarkozy seine Rolle bei der Rettung des angeschlagenen Unternehmens und bei der Einfädelung der Aventis-Übernahme durch Sanofi gegen Kritik aus Deutschland: "In meiner Sicht der Dinge hat ein Finanzminister nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht, einzugreifen." Die Pharmabranche sei von strategischer Bedeutung und es habe die Gefahr bestanden, dass sowohl Sanofi als auch Aventis unter ausländische Kontrolle geraten wären.

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte Sarkozy nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" als "extrem nationalistisch" bezeichnet. In einem Interview mit "Le Figaro" sagte Schröder Ende letzter Woche, es verstehe jeder, dass ein Wirtschaftsminister die nächste Wahl im Auge habe, aber man müsse auch an die Zeit danach denken.(APA/AP)