Salzburg - Voll ausgeteilt gegen "Gott und die Welt" hat am Dienstagabend Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (F) bei einer EU-Wahlveranstaltung der Freiheitlichen im Bräustübl in Salzburg. EU-Kommissar Franz Fischler sei in Brüssel entbehrlich und was sein Verhalten bei der Gentechnik anlange, so wäre er ein "Vaterlandsverräter". Auf Kritik stieß bei Haider auch, dass "der schwarze Fischler sich mit (Hannes) Swoboda solidarisch erklärt hatte." Der EU-Kommissar sei "ein rotes Kuckucks-Ei im Nest der ÖVP".

"Nerven weggeschmissen"

Auch die anderen Spitzenkandidaten aller Fraktionen und besonders Swoboda ("Vaterlandsverräter") und Josef Broukal bekamen ihr Fett ab: "Broukal ist ein besonderes Früchterl, das die Nerven weggeschmissen hat". Seine Äußerung im Parlament sei ungeheuerlich und stumpfsinnig gewesen. Solche Leute gehörten nicht gewählt, sagte Haider. Wenn er sich die beiden Ex-ORFler anschaue, "so ist mir (Hans) Kronberger (F-Spitzenkandidat, Anm.) mit seiner weißen Weste lieber als der Broukal mit seiner Goschn". Ursula Stenzel habe eine jämmerliche Rolle gespielt und in der Atompolitik versagt: In Österreich habe sie dagegen gesprochen und in Brüssel dafür gestimmt. Und zu Grün-Spitzenkandidaten Johannes Voggenhuber: "Wenn jemand unser Land nicht gern hat, dann braucht er auch nicht unsere Stimme." Hans Peter Martin sei "ein linker Taschendieb und nicht der Saubermann".

"Vertreter"

Weiters hagelte es Kritik an den USA im Zusammenhang mit dem Irak, wo es nur ums Geld beziehungsweise Öl ginge. Und was die EU betreffe, so sei er nie ein "begeisterter Vertreter gewesen", so der Landeshauptmann unter dem Beifall im vollen Gambrinussaal. Mit dem Beitritt der osteuropäischen Länder würden jetzt weitere Arbeitslose herangezüchtet: "Wenn die EU so weiter macht, dann ist der Tag nicht mehr ferne, an dem die ersten Länder austreten." (APA)