Klagenfurt - Die von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) angekündigte Stellungnahme von Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (F) kam Donnerstagnachmittag in Form einer Aussendung. Darin bezog sich Haider auf den Appell des Bundespräsidenten zur Mäßigung im Wahlkampf: Dieser Appell sei ernst zu nehmen, schließe aber alle Parteien und auch die höchsten Würdenträger im Staat ein, da nicht nur mit Worten, sondern auch durch das Mienenspiel bei der Angelobung einer demokratisch legitimierten Regierung europaweit Schaden angerichtet werden könne, so Haider - offensichtlich in Anspielung auf die steinerne Miene von Bundespräsident Thomas Klestil bei der Angelobung des ersten schwarz-blauen Koalition im Februar 2000.

Er, Haider, habe in den letzten Tagen manchmal scharfe Worte verwendet, die aber ausschließlich als politische Kritik und nicht als Verunglimpfung von politischen Mitbewerbern gedacht gewesen seien, hieß es darin. Sollte sich jemand persönlich beleidigt fühlen, "stehe er nicht an, dies zu bedauern". Schließlich sollten natürlich niemandem Staatsbürgerschaft oder Wahlrecht streitig gemacht werden.

Gleichzeitig forderte Haider jedoch auch eine Differenzierung der Kritik des Bundespräsidenten: Harte Worte in der politischen Diskussion seien anders zu bewerten seien als Tabubrüche, wie sie von SPÖ-Spitzenpolitikern mit der Unterstellung totalitärer Gesinnungen gegenüber den Regierungsparteien gesetzt worden seien, so Haider in seiner Aussendung. (APA)