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Fritz Verzetnitsch will das Parlament einschalten

Foto: APA/Schlager
Wien - ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch will den Streit zwischen Gewerkschaft und ÖIAG um die Gewinne der Österreichischen Post AG nun im Parlament klären. Als Obmann des Industrieausschusses will Verzetnitsch nun noch im Juni eine eigene Sitzung zu dem Thema einberufen. Dazu sollen sowohl die Postgewerkschafter im Aufsichtsrat, als auch der Vorstand von ÖIAG und Post AG eingeladen werden, so Verzetnitsch in einer Aussendung. Auch die Frage der Teilprivatisierung soll bei diesen Sonderberatungen diskutiert werden.

Die Diskussion habe im Industrieausschuss begonnen und solle "daher auch an diesem Ort weitergeführt werden". Der Vorzeigebetrieb Österreichische Post AG dürfe nicht in Form einer über die Medien ausgetragenen Debatte krank gejammert werden, so Verzetnitsch.

"Ergebnislücke"

Der Hintergrund: ÖIAG-Vorstand und oberster Post-Eigentümervertreter Peter Michaelis hatte Ende April in besagtem Industrieausschuss öffentlich vor einer drohenden "Ergebnislücke" von 260 Mio. Euro bis 2007 gewarnt. In seiner Mittelfristplanung geht das Unternehmen hingegen von einem Gewinn von rund 345 Mio. Euro aus.

Die Postgewerkschaft hat Michaelis deshalb schon am Dienstag "kreditschädigendes Verhalten" vorgeworfen. Die Personalvertretung glaubt, dass der ÖIAG-Vorstand mit Unterstützung von Post-Generaldirektor Anton Wais die Post absichtlich "als Sanierungsfall" darstelle, um damit den Verkauf des Unternehmens voranzutreiben. Für diesen Fall hat die Gewerkschaft mit Streiks gedroht. (APA)