Paris - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Kritik des französischen Finanzministers Nicolas Sarkozy an ihrer geldpolitischen Strategie zurückgewiesen.

Die empirische Erfahrung zeige, dass das von der EZB angestrebte Preisstabilitätsziel angemessen sei, sagte EZB-Ratsmitglied Christian Noyer am Donnerstag bei der Präsentation des Jahresberichts der französischen Notenbank. Es gebe keinen Grund anzunehmen, dass dieses Ziel in Gefahr sei.

Die EZB strebt mittelfristig Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent an. Sarkozy hatte am Mittwoch kritisiert, dass für die Notenbank das Preisstabilitätsziel wichtiger sei als das Wirtschaftswachstum.

Frankreichs Notenbankchef Noyer betonte zudem, dass die Zentralbanken weltweit eine sehr lockere Geldpolitik verfolgten. Diese müsse an einem bestimmten Zeitpunkt aufgegeben werden, sagte er. In den USA rechnen Analysten und Marktteilnehmer bereits Ende dieses Monats mit einer ersten Zinserhöhung, für die Euro-Zone erwarten sie dies erst zu einem späteren Zeitpunkt. (APA/Reuters)