Sea Island - Der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo hat am Donnerstag beim G8-Gipfel auf Sea Island auf vollständigen Schuldenerlass für die afrikanischen Länder gedrängt. Die G8-Staaten vereinbarten, die so genannte HIPC-Entschuldungsinitiative, die in diesem Jahr auslaufen sollte, um zwei Jahre zu verlängern.

Nach Angaben von Obasanjo verständigten sich die afrikanischen Präsidenten mit den G8-Staats- und Regierungschefs darauf, ihre Anstrengungen zur Armutsbekämpfung zu verstärken. Konkrete Programme wurden nicht aufgelegt.

"Hier geht es nicht um wohltätige Gaben, hier geht es um gemeinsame Interessen", sagte Obasanjo, der mit seinen Kollegen aus Algerien, Ghana, Uganda und Senegal an dem Essen mit den G8-Staats- und Regierungschefs teilgenommen hatte. "Wenn es in einem Teil der Welt Hunger gibt, wird die Welt unsicherer, wenn in einem Teil der Welt kein Frieden herrscht, hat die Welt keinen Frieden."

Mit der 1999 beschlossenen Entschuldungsinitiative erhalten als hoch verschuldet eingestufte überwiegend afrikanische Staaten im Gegenzug für nachhaltige Spar- und Entwicklungsstrategien erheblichen Schuldenerlass. Zehn von 42 Staaten hatten die entsprechenden Papiere bislang noch nicht vorgelegt. Sie sollen mit der Verlängerung eine weitere Chance erhalten.

Unabhängige Hilfsgruppen kritisieren die Initiative als unzureichend. Selbst mit dem darin gewährten Schuldenerlass müssten viele Länder noch immer viel zu viel Geld für den Schuldendienst aufwenden. (APA)