Washington - Mit einer Erklärung im arabischen Fernsehen wollen Vertreter verschiedener amerikanischer Glaubensgemeinschaften ihre Empörung über die Misshandlungen irakischer Gefangener zum Ausdruck bringen. Die Gruppe drehte einen kurzen Film mit arabischen Untertiteln, der ab Dienstag kommender Woche von Sendern wie Al Jazeera ausgestrahlt werden soll. US-Präsident George W. Bush wies unterdessen Vorwürfe zurück, seine Regierung habe das Folterverbot bezüglich Terrorverdächtigen in Frage gestellt.

In dem Film der verschiedenen Religionsgemeinschaften heißt es: "Wir verurteilen die sündigen und systematischen Misshandlungen, die in unserem Namen begangen wurden, und versprechen, daran zu arbeiten, dieses Unrecht wieder gut zu machen". Als Sprecher treten ein christlicher Geistlicher, eine Nonne, ein Rabbi und ein moslemischer Imam auf.

Bush erklärte am Rande des G-8-Gipfels im US-Staat Georgia, seine Instruktionen für die Vernehmung von Gefangenen bewegten sich im Rahmen der US-Gesetzgebung und internationaler Konventionen. Auf die Frage, ob Folter jemals gerechtfertigt sein könnte, reagierte der Präsident ausweichend: "Ich sage es noch ein Mal: Die Instruktionen, die an unsere Leute gegangen sind, folgen dem Gesetz. Das sollte Sie beruhigen." An ein von den Demokraten enthülltes Papier des Justizministeriums aus dem Jahr 2002, in dem das Folterverbot für El-Kaida- und Taliban-Kämpfer zur Disposition gestellt wird, könne er sich nicht erinnern, sagte Bush. (APA/AP)