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Ein männlicher Edelkrebs oder Europäischer Flusskrebs (Astacus astacus)

Foto: APA/dpa/Roland Scheidemann
Salzburg - In den Gewässern im Bundesland Salzburg gibt es fünf verschiedene Krebsarten. Das haben Forscher der Universität im Rahmen einer landesweiten Kartierung der Bestände nachgewiesen. Für den Zoologen Robert Patzner, der gemeinsam mit einem Team die Untersuchung durchgeführt hat, ist das Ergebnis nicht gerade erfreulich. Die heimischen Krebsarten seien in den vergangenen Jahrzehnten stark dezimiert worden sind. "Die Situation ist ganz schlimm", erklärte Patzner.

Bedrohung durch Krankheit

"Nur zwei der gefundenen Arten, der Edel- und der Steinkrebs, sind in Salzburg beheimatet, die anderen wurden eingeschleppt", weiß der Zoologe. Der größte Feind der heimischen Krebsarten ist nicht etwa Umweltverschmutzung. Edel- und Steinkrebse werden durch eine Krankheit bedroht: Die Krebspest, die vom aus Nordamerika eingeschleppten Signalkrebs übertragen wird, hat zu einer großen Reduktion der heimischen Bestände geführt. Eine Konsequenz der kürzlich abgeschlossenen Kartierung ist deshalb, dass in diesem Sommer Signalkrebse aus Salzburger Gewässern gefangen werden. Münchner Experten sollen feststellen, welche Signalkrebse von der Krankheit befallen sind und welche nicht.

Der Edelkrebs war früher im gesamten Bundesland und besonders im Flachgau in vielen stehenden und fließenden Gewässern anzutreffen. Die Forscher fanden im Rahmen der Kartierung nur mehr in einem einzigen Fließgewässer Edelkrebse: im Ausfluss des Prebersees im Lungau. Edelkrebs-Bestände wurden auch in einigen Weihern und Teichen entdeckt - allerdings waren das meist künstlich angesiedelte Tiere. Nachgewiesen wurden 20 Populationen.

Der Steinkrebs konnte sich inselartig in Gewässern im Flach- und Tennengau halten. Aus dem Lungau und dem Pongau scheinen diese Art gänzlich verschwunden zu sein, erläuterte Patzner. Im Pinzgau war der Steinkrebs wahrscheinlich nie heimisch. Steinkrebse - insgesamt 33 Populationen - wurden in Salzburg nur in Fließgewässern entdeckt.

Die größte Verbreitung hat der Signalkrebs: Er wurde in allen Gauen mit insgesamt 39 Populationen festgestellt. Das höchste Vorkommen wurde im Pongau auf 810 Metern Seehöhe gefunden. Als nicht heimische Arten wurden außerdem vereinzelt Sumpfkrebse sowie Kamberkrebse gezählt.

Wiederansiedelung

Für Patzner stehen die Chancen, heimische Krebsarten wieder anzusiedeln, gut. Die Wasserqualität habe sich in den vergangenen Jahren stark verbessert, viele Bäche wurden restrukturiert. Sinnvoll ist ein Besatz mit Edelkrebsen oder Steinkrebsen aber nur dann, wenn sicher ist, dass sich keine Signalkrebse in dem Gewässer befinden. Im Rahmen einer Diplomarbeit soll nun versucht werden, bei einem Zufluss des Obertrumer Sees Edelkrebse wieder anzusiedeln. (APA)