Wien - Ein unangenehmes Erlebnis gegen Ende seiner Wahlkampagne ist dem selbst deklarierten Aufdecker Hans-Peter Martin widerfahren. Während er Freitag Mittag seinen Anwalt im dritten Wiener Gemeindebezirk besuchte, wurde sein Autofenster eingeschlagen. Dabei wurde sein Computer mit sämtlichen internen Unterlagen entwendet, berichtete Martin.

Ob der Diebstahl gegen ihn persönlich gerichtet war oder ihn quasi zufällig getroffen hat, wollte der ehemalige SP-Spitzenmann nicht beurteilen. Er wolle niemanden verdächtigen. Martin glaubt aber angesichts der im Auto aufliegenden Flugzettel, dass das Fahrzeug als sein Eigentum erkennbar gewesen sein könnte.

Martin erwirkt Einstweilige Verfügung gegen Haider

Martin hat nun eine Einstweilige Verfügung gegen den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) erwirkt. Haider wird damit untersagt, Martin des "Betruges" zu bezichtigen und zu behaupten, dieser "lügt". Das geht aus der Einstweiligen Verfügung des Landesgerichtes Klagenfurt hervor, die Martin der APA am Freitag übermittelt hat.

Haider hatte seine Anschuldigungen beim Wahlkampf-Auftakt der Kärntner FPÖ am 25. Mai erhoben. Für Martin sind die Vorwürfe des Betruges und der Lüge "ehrenbeleidigende" und "kreditschädigende" Behauptungen, die das Fortkommen seiner Partei gefährden würden. Er hat Haider auf Unterlassung, Feststellung und Widerruf geklagt. Der Gesamtstreitwert beläuft sich auf 21.800 Euro. (APA/red)