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Foto: REUTERS/The Washington Post
Washington - Der Einsatz von Hunden zur Einschüchterung irakischer Häftlinge ist einem Bericht der "Washington Post" zufolge von US-Geheimdienstleuten befohlen worden. Die Zeitung berief sich in ihrem Bericht am Freitag auf beeidete Aussagen von Hundeführern des Militärs. Ein Verhörspezialist habe zudem berichtet, dass zwei Hundeführer einen regelrechten Wettbewerb geführt hätten, wie viele Gefangene sie dazu gebracht hätten, aus Angst vor den Tieren in die Hose zu urinieren.

Zwei Militärhundeführer hätten den Ermittlern gesagt, sie seien von Geheimdienstleuten im Dezember und Jänner mehrmals aufgefordert worden, ihre Hunde zu Verhören ins Gefängnis Abu Ghraib mitzubringen. Beide hätten die Befehle in dem Glauben befolgt, diese Methoden seien von Oberst Thomas Pappas, dem Geheimdienstoffizier in dem Gefängnis, genehmigt worden. In den Zellenblöcken hätten sie zugelassen, dass ihre Hunde Häftlinge in Angst und Schrecken versetzten, berichtete das Blatt. Auf Befehl hätten die Soldaten bellende Hunde teilweise bis zu 15 Zentimeter an die verängstigten Gefangenen herangeführt.

Nach einer der "Washington Post" vorliegenden Aktennotiz der Geheimdienste musste der verantwortliche Offizier bei einem Geheimdienstverhör die Verwendung von Hunden genehmigen. Genaue Bedingungen für die Genehmigung würden in der Notiz aber nicht aufgeführt. Bisher drohen sechs US-Soldaten wegen Misshandlungen in dem Gefängnis Haftstrafen; einer wurde bereits zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt.

Fotos von sexuellen Misshandlungen, Erniedrigungen, Folterungen und Einschüchterungen hatten weltweit für Kritik am Vorgehen der US-Soldaten im Irak gesorgt. Die beiden Hundeführer sind wegen der Misshandlungen in Abu Ghraib nicht angeklagt. "Wir ermitteln noch", zitierte die Zeitung eine Armeesprecherin. Beim US-Verteidigungsministerium war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. (APA/Reuters)