Die deutsche Tochter der Bertelsmann- Musiksparte BMG kehrt bei ihrem Wandlungsprozess mit eisernem Besen. BMG Deutschland sei dabei, sich von 60 Prozent seiner Künstler zu trennen, sagte der Präsident der Gesellschaft, Maarten Steinkamp, der Bertelsmann-Mitarbeiterzeitung "report". Ein Konzernsprecher in Gütersloh bestätigte am Freitag die Angaben. Die Maßnahmen, die bereits Ende Juni weitgehend abgeschlossen sein sollen, hätten nicht vorrangig wirtschaftlichen Hintergrund. Sie seien vielmehr Teil eines "kulturellen Wandels" im Unternehmen.

Mitarbeiterabbau angekündigt

BMG Deutschland hatte bereits vor längerer Zeit einen drastischen Mitarbeiterabbau angekündigt. Die Zahl der Beschäftigten soll von 500 vor zwei Jahren auf 220 bis 230 zurückgefahren werden. Derzeit arbeiten noch knapp 300 Menschen bei BMG Deutschland. "Weniger Künstler brauchen auch weniger Menschen, die sie managen und betreuen", sagte Steinkamp. Es habe auch Entlassungen gegeben.

Auf künstlerischer Seite will sich das Unternehmen künftig vor allem auf zugkräftige, auch für die Zukunft viel versprechende Stars konzentrieren. Steinkamp nannte Yvonne Catterfeld, die Gruppe "Oomph" oder Andrea Berg als positive Beispiele. (APA/dpa)