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Viele Zigarettenautomaten nahmen die Blechmünze für bare Zwei-Euro-Münze

Foto: APA/ SCHLAGER Roland
Wien - Wutausbrüche an Zigarettenautomaten sind derzeit keine Seltenheit. Viele Raucher müssen genervt zur Kenntnis nehmen, dass Zwei-Euro-Münzen einfach durchfallen. Auch der alte Trick, den Seitenrand der Münze am Metallmantel des Automaten aufzurauen, hilft nichts mehr. Dahinter steckt aber kein technischer Defekt. Zahlreiche Trafikanten haben ihre Tschikspender für Zwei-Euro-Münzen vorübergehend gesperrt - als letzte Konsequenz vor einer regelrechten Falschmünzenflut.

Geldfälschungen sind enorm gestiegen

Geldfälschungen sind nach der aktuellsten Statistik der Wiener Polizei enorm gestiegen. Von Jänner bis Mai wurden 1913 Fälle zur Anzeige gebracht - eine Zunahme von 114 Prozent verglichen mit dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt wurden in Wien heuer in den ersten fünf Monaten knapp mehr als 100.000 strafbare Handlungen bekannt, um 5400 mehr als 2003. Der Großteil davon betraf Delikte gegen fremdes Vermögen.

Vermutlich Spielgeld

Woher die falschen Münzen kommen, ist der Polizei noch ein Rätsel. Es handelt sich um Blechmünzen, die in der Mitte einen Stern als Höhenprägung aufweisen. Möglicherweise handelt es sich um Spielgeld für Automaten in Spielhallen, auch Token-Money genannt.

Viele Zigarettenautomaten nahmen die Blechdinger jedenfalls für bare Zwei-Euro-Münze. "Jetzt werden betroffene Automaten umprogrammiert, was einige Wochen dauert", erklärte Rolf Gleißner von der Wirtschaftskammer. Mit Ein-Euro- und Centmünzen gibt es (vorerst) keine Automatenprobleme. (simo, DER STANDARD Printausgabe 12/13.6.2004)