Teheran - Der iranische Außenminister Kamal Kharrazi hat die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) mit Sitz in Wien wegen des auf Teheran ausgeübten "Drucks" kritisiert. Es sei "inakzeptabel", dass "kleinere Fragen" weiterhin dazu führten, dass die IAEO-Untersuchungen gegen den Iran nicht eingestellt würden, sagte Kharrazi am Samstag vor Journalisten in der iranischen Hauptstadt.

Der Minister griff auch den Entwurf einer von Großbritannien, Frankreich und Deutschland eingebrachten Resolution an, der eine deutliche Kritik am Verhalten des Iran in der Frage seines Atomprogramms vorsieht. An dem Entwurf müssten noch Änderungen vorgenommen werden, damit er "für alle Seiten akzeptabel" sei.

Resolutionsentwurf am Montag

Der Gouverneursrat der IAEO soll am Montag in Wien erneut zusammenkommen und auch über den Resolutionsentwurf zum Iran entscheiden. Dieser sieht vor, dass die Regierung in Teheran erklären soll, wozu sie Zentrifugen zur Uran-Anreicherung benötige und woher das bei einer Kontrolle gefundene hoch angereicherte Uran stammt.

Die Resolution stützt sich auf einen Bericht von IAEO-Generaldirektor Mohammed el Baradei. In dem Papier wirft el Baradei dem Iran vor, gegen die Bestimmungen der Organisation zu verstoßen. Vor allem die USA beschuldigen den Iran, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran hat dies wiederholt bestritten und betont, sein Nuklearprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken. (APA/AFP)