San Francisco - Mit Protest haben Flüchtlinge aus Lateinamerika und Aids-Aktivisten in den USA auf den feierlichen Staatsakt für den verstorbenen Expräsidenten Ronald Reagan reagiert. In San Francisco erinnerten am Freitag rund 100 Demonstranten mit Holzkreuzen an die umstrittene Lateinamerika-Politik Reagans. Wegen der Unterstützung von Militärmachthabern mit Geld und Waffen trage er eine Mitschuld für Folter, politische Entführungen und die Ermordung von Oppositionellen in mehreren zentralamerikanischen Staaten, erklärten die Demonstranten.Homosexuellen-Gruppen warfen Reagan vor, zu Beginn der 80er Jahre das Aufkommen von Aids ignoriert und dadurch die Verbreitung der Krankheit begünstigt zu haben. Parallel zu den Trauerfeiern für den Expräsidenten riefen sie zum Gedenken an die Aids-Toten auf. In der Eingangshalle des Lesben- und Schwulenzentrums in San Francisco wurde ein Schild mit der Aufschrift "Sein Versagen, ihre Tode, unsere Trauer" aufgestellt. (APA/AP)