Lagos - Nigerianische Truppen haben im Nigerdelta ein Dorf mit Schnellbooten angegriffen und dabei mindestens sechs Menschen getötet. Wie ein Offizier am Samstag mitteilte, hatten sich die Männer einer Operation zur Beschlagnahme illegaler Waffen widersetzt. Auch ein Soldat sei bei dem Einsatz am Freitag erschossen worden. Geflohene Bewohner erklärten, es seien mindestens 20 Menschen getötet worden. Das Dorf liegt in der Nähe eines Ölverladeterminals des Shell-Konzerns.

Schon in der vergangenen Woche waren bei Kämpfen im Nigerdelta mindestens 17 Menschen getötet worden. Hunderte flohen. Die Gewalt im Nigerdelta hat zahlreiche Ölkonzerne zu Einschränkungen gezwungen. Einige Ölquellen wurden geschlossen. Nigeria ist der siebtgrößte Ölexporteur der Welt.

Der Shell-Konzern räumte am Donnerstag ein, dass die Art und Weise wie Land erworben und wie mit Vertretern der Dörfer umgegangen worden sei, Unzufriedenheit und Unruhen geschürt haben könnte. Es war eine Reaktion auf einen von der Firma selbst in Auftrag gegebenen unabhängigen Bericht, in dem es hieß, die zunehmende Gewalt könne dazu führen, dass der Konzern seine Tätigkeiten auf dem Land bis 2008 völlig einstellen müsse. (APA/AP)