Teheran/Wien - Der Iran hat am Samstag die Forderung der EU zurückgewiesen, die Pläne zum Bau eines Schwerwasser-Reaktors aufzugeben. Es sei dies für die Führung in Teheran nicht annehmbar, sagte Außenminister Kamal Kharrazi vor Journalisten in der iranischen Hauptstadt. Gleichzeitig versprach er, die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) fortzusetzen.

In einem Schwerwasserreaktor kann Natururan direkt in Brennelementen verwendet werden, ohne erst in komplizierten Verfahren das spaltbare Isotop Uran-235 anreichern zu müssen. Als Abfallprodukt fällt Plutonium an, das zum Bau von Atombomben verwendet werden kann.

Am Montag beginnt in Wien eine Sitzung der IAEO-Gouverneursrates, bei dem die Iran-Frage den Schwerpunkt bildet. Schon im Vorfeld hatten sich Deutschland, Frankreich und Großbritannien auf einen Resolutionsentwurf verständigt, in dem erneut die mangelnde Kooperationsbereitschaft des Iran kritisiert und das Land zur Einstellung seiner Schwerwasser-Reaktorpläne gedrängt werden soll.

Der Bau eines solchen Reaktors verletze nicht die IAEO-Regeln, meinte dazu Kharrazi. Er wiederholte den Standpunkt Teherans, wonach das iranische Atomprogramm ausschließlich zivilen Zwecken diene. Vor allem die USA bezweifeln dies und vermuten dahinter Pläne zum Bau von Atombomben. (APA/dpa)