Gaza-Stadt - Die militante Palästinenser-Gruppe Hamas hat angekündigt, ihre Anschläge auf Ziele in Israel auch nach dessen geplanten Abzug aus dem Gaza-Streifen fortzusetzen. "Ein Abzug aus dem Gaza-Streifen bedeutet nicht das Ende der Besatzung", sagte Mahmud el Sahar, ein ranghoher Hamas-Führer, am Samstag in Gaza-Stadt unter Verweis auf das Westjordanland. "Unsere Position bleibt es, ... den Widerstand fortzusetzen."

Das israelische Kabinett hatte am vergangenen Sonntag einen Plan von Ministerpräsident Ariel Sharon gebilligt, der die Aufgabe aller 21 jüdischer Siedlungen im Gaza-Streifen vorsieht; im Westjordanland, das ebenfalls seit 1967 besetzt ist, sollen vier von 120 Siedlungen geräumt werden. Sahar äußerte sich vor dem Hintergrund eines Treffens zwischen dem palästinensischen Ministerpräsidenten Ahmed Korei und radikalen Palästinenser-Gruppen, darunter der Hamas.

Einseitiger Abzugsplan

Auf die Frage, ob die Hamas Ägypten oder der Palästinenser-Regierung nach dem Abzug das Ende der Anschläge garantieren werde, sagte Sahar, die Hamas lehne jede Verpflichtung ab. Er bezeichnete den Abzugsplan als einseitig.

Ägypten nimmt im Nahost-Konflikt eine wichtige Vermittlerrolle ein und hat angeboten, Berater in den Gaza-Streifen, eine Hochburg der Hamas, zu schicken, um die palästinensischen Sicherheitskräfte zu trainieren und auszurüsten. Korei begrüßte das Angebot Ägyptens, das weithin als Versuch gesehen wird, radikale Gruppen von Anschlägen auf Israel nach dem Abzug abzuhalten.

Die Hamas und der Islamische Dschihad haben sich die Zerstörung Israels auf die Fahne geschrieben und zahlreiche Anschläge verübt, bei denen hunderte Israelis getötet wurden. Israel hat darauf mit Vergeltungsschlägen reagiert und viele Anführer der Gruppen gezielt getötet. (APA/Reuters)