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Die "Stunde der Patrioten" ist heute eher schlecht besucht.

Foto: APA/Roland Schlager
Wien - Wenig Andrang und gedrückte Stimmung herrschte am Sonntagabend bei der Abschlussveranstaltung der FPÖ zur EU-Wahl. Der Saal, den sich die Partei in einem Wiener Hotel gemietet hatte, war hoffnungslos überdimensioniert, da nur rund 50 Sympathisanten und Journalisten gekommen waren. Spitzenkandidat Hans Kronberger ließ sich bis 17.00 Uhr ebenso wenig blicken, wie die Parteispitze.

Eccher "kein Sesselkleber"

FP-Bundesgeschäftsführer Arno Eccher meinte in einer ersten Stellungnahme, man müsse das Wahlergebnis analysieren. Am Dienstag wird sich der FP-Bundesvorstand mit der Wahlniederlage auseinandersetzen. Auf die Frage, ob es personelle Konsequenzen in der Bundesgeschäftsstelle der Freiheitlichen geben werde, meinte Eccher: "Ich bin kein Sesselkleber." Wenn jemand glaube, er könne diese Aufgabe besser wahrnehmen, werde er sich dem nicht in den Weg stellen.

"Selber schuld"

Die zur Abschlussveranstaltung gekommenen Zaungäste übten sich derweil in Fehleranalyse. Hans-Peter Martin und das Spesenthema seien Schuld am schlechten Abschneiden meinte einer: "Wenn die FPÖ sich dieses Thema wegnehmen lässt, dann sind sie selber schuld."

Indessen machten auch Spekulationen die Runde, Andreas Mölzer könnte es mit seinem Vorzugsstimmenwahlkampf geschafft haben, Hans Kronberger im Kampf um das wohl einzige Mandat der Freiheitlichen im Europa-Parlament auszustechen. Angesichts des schlechten Abschneidens der FPÖ würden dafür ja vergleichsweise wenige Vorzugsstimmen ausreichen. Insgesamt müsste Mölzer um das Mandat zu halten zumindest von sieben Prozent der Freiheitlichen Wähler per Vorzugsstimme gewählt werden. (APA)