Dublin - Der von Niederlagen seiner Partei Fianna Fail bei den Europa- und Kommunalwahlen angeschlagene irische Regierungschef Bertie Ahern freundet sich offenbar mit einer möglichen Nachfolge von EU-Kommissionspräsident Romano Prodi an. Ahern werde den Posten voraussichtlich nicht ablehnen, wenn er eine formale Anfrage erhalte, berichtete die Zeitung "Sunday Tribune". Mehr als die Hälfte der 25 EU-Mitgliedsstaaten habe ihn darum gebeten, das Amt anzunehmen, sagte Ahern dem Blatt in einem Interview. "Man kann niemals nie sagen", fügte er hinzu. Ahern hatte bislang mit Desinteresse auf Vorschläge reagiert, Nachfolger Prodis an der Kommissionsspitze zu werden. Zuletzt hatte der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) einen Vorschlag von Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Frankreichs Präsident Jacques Chirac ausgeschlagen, den Job in Brüssel wahrzunehmen. Aber auch der belgische Regierungschef Guy Verhofstadt sowie seine Kollegen aus Österreich und Dänemark, Wolfgang Schüssel und Anders Fogh Rasmussen, waren ins Gespräch gekommen. Die britische Regierung will laut Zeitungsberichten eine Kandidatur des portugiesischen EU-Kommissars Antonio Vitorino unterstützen. (APA)