In der Welt der Luftfahrtallianzen zeichnet sich immer deutlicher ein Duell zwischen Star Alliance (u. a. mit Austrian und Lufthansa) und SkyTeam (Air France, Delta) ab. SkyTeam wird noch heuer erweitert: Mit KLM, Continental und Northwest Airlines werden im September drei Mitglieder dazukommen und sie zur stärksten Gruppe in Nordamerika, Europa und auf den wichtigen Nordatlantik-Strecken machen. SkyTeam hofft zudem auf Zuwachs in Südostasien, China und Afrika. Weltweit ist Star Alliance weiterhin Marktführer.

SkyTeam beförderte 2003 212 Mio. Passagiere auf durchschnittlich 7865 täglichen Flügen. Die Star Alliance mit Lufthansa und United Airlines an der Spitze beförderte 358 Mio. Passagiere auf rund 14.000 täglichen Flügen. Air-France/KLM-Chef Jean-Cyril Spinetta sagte am Rande einer Tagung in Seoul, dass er kaum Chancen für eine Aufnahme von Swiss in das Bündnis sehe. "Nein, ich glaube nicht", meinte er auf die Frage, ob er Verhandlungen mit Swiss aufnehmen würde. "Wir haben in Europa ein sehr gutes Streckennetz. Jetzt wollen wir den Schwerpunkt auf die Integration legen und nicht darauf, neue Mitglieder hinzuzunehmen." Laut Spinetta will sich SkyTeam auf rund zwölf Mitglieder beschränken. Konkurrent Star Alliance beschloss, wie berichtet, Blue 1, TAP Air Portugal und South African Airways (SAA) aufzunehmen, und hat jetzt 18 Mitglieder.

In anderen Regionen sieht SkyTeam aber noch Nachholbedarf, und dabei könnte der Beitritt von KLM indirekt von großem Nutzen werden. Im Gespräch ist die Aufnahme der mit KLM partnerschaftlich verbundenen Malaysian Airlines (MAS) sowie der Kenya Airways, an der KLM 26 Prozent hält. Der Fokus der Allianz liegt aber auf China, wo mehrere Mitglieder Kooperationen mit China Southern und China Eastern eingegangen sind. Ähnlich wie die Star Alliance, die auf Air China setzt, muss SkyTeam aber auf das seit Jahren fehlende Startsignal der chinesischen Zentralregierung warten. (Jens Flottau aus Seoul, Der Standard, Printausgabe, 14.06.2004)