Technologietransfer ist ein sperriges Wort. Kurt Burtscher, Leiter des Innovation Relay Centre Austria (IRCA), versucht es deshalb mit einem Vergleich: So wie ein Institut für Heiratsvermittlung Menschen zusammenbringt, verkuppelt das IRCA kooperationswillige Unternehmen. Mit einem Unterschied: Die Arbeit von IRCA, einer Einrichtung des Büros für internationale Forschungs- und Technologiekooperation (BIT), ist kostenlos. Das österreichische Innovationszentrum gehört zu einem Netzwerk von 250 Innovation Relay Centres, die derzeit 90.000 Firmen und Forschungseinrichtungen in 31 europäischen Ländern betreuen.

Herauskommen sollen bei dieser Partnervermittlung gemeinsame Produktions-, Vertriebs- oder Lizenzabkommen sowie Joint Ventures oder Forschungskooperationen. Das Angebot von IRCA können Unternehmen über zwei Wege nutzen: Entweder sie melden sich via Internet zum E-Mail-Service TechTrans Online an und bekommen die zu ihrer Branche passenden Kooperationsanfragen zugesendet. Oder sie wollen selbst eine Anfrage stellen und setzen sich mit den IRCA-Mitarbeitern zusammen, um die Bedürfnisse auszuloten.

Gemeinsam mit den Unternehmen werden Technologieprofile erstellt, die eine Beschreibung der eigenen Forschungsangebote enthalten und Anforderungskriterien an einen zukünftigen Partner festlegen. Allein 2003 leitete das IRCA 110 Verhandlungen ein, bei denen es bis heute zu 30 Vertragsabschlüssen gekommen ist. Unter anderem dafür wurde es heuer als das erfolgreichste Zentrum im Netzwerk ausgezeichnet. (ez/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14. 6. 2004)