London - In Großbritannien haben die beiden großen politischen Parteien - Labour und die Konservativen - bei den Europawahlen erhebliche Stimmeneinbußen erlitten. Ihre Verluste kamen nach den bis Montag früh vorliegenden Ergebnissen vor allem der EU-feindlichen United Kingdom Independent Party (UKIP) zugute, die aus der Union austreten will. Die Wahlbeteiligung war mit 38,3 Prozent (1999: 24 Prozent) so hoch wie noch nie zuvor bei einer Europawahl. Die 44,4 Millionen Wahlberechtigten waren aufgerufen, die 78 britischen Europaabgeordneten zu bestimmen.

LibDems auf Platz vier

Nach der Auszählung in 8 von insgesamt 11 Wahlregionen stand fest, dass UKIP ihren Stimmenanteil mit 16 Prozent (1999: 6,5 Prozent) mehr als verdoppeln konnte. Am meisten litten die Konservativen unter dem Vormarsch der Anti-Europa-Partei. Ihr Stimmenanteil lag bei 28 Prozent (33,5 Prozent). Labour erreichte 21 Prozent (26 Prozent). Die Liberaldemokraten konnten ihr Ergebnis leicht verbessern, landeten aber mit einem Stimmenanteil von 15 Prozent auf dem vierten Platz hinter UKIP.

Umfrage

Nach einer BBC-Umfrage hatten vor der Europawahl 49 Prozent der Befragten erklärt, dass es für sie bei der Abstimmung ausschließlich darum gehe, ob Großbritannien in der EU bleibt oder die Union verlässt. Der Irak-Krieg oder innenpolitische Themen hätten danach keine wichtige Rolle gespielt. Nach dem Ergebnis dürfte es für Regierungschef Tony Blair noch schwieriger werden, sich in der kommenden Woche für die Verabschiedung einer neuen EU-Verfassung stark zu machen, hieß es in ersten Analysen. (APA/dpa)