Berlin - Der israelische Ex-Regierungschef Ehud Barak ist überzeugt, dass die arabische Welt einen eigenen Impuls für demokratische Reformen braucht. Notwendig sei ein "islamischer Martin Luther, der heute seine Thesen an eine Moscheentür nagelt - wie damals in Wittenberg", sagte Barak in einem Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel". Die meisten arabischen Herrscher wüssten, dass Reformen unausweichlich geworden seien. "Aber sie wollen dabei nicht vom Westen, von Israel oder dem Rest der Welt bevormundet werden... Wenn wir uns zu sehr einmischen, machen wir alles kaputt." Der Politiker appellierte an den Westen, auch demokratisch gewählte islamistische Regierungen zu respektieren. "Man muss Risiken eingehen." (APA/dpa)