Jakarta - Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat alle übrigen Ölförderländer aufgefordert, dem Beispiel des Kartells zu folgen und zur Stabilisierung der Preise die Förderung auszuweiten. "Wir rufen die Länder auf, die nicht Mitglied der OPEC sind, ihre Produktion zu erhöhen", sagte OPEC-Präsident Purnomo Yusgiantoro, der auch Energieminister Indonesiens ist, am Montag in Jakarta. Förderländer außerhalb des Kartells einschließlich Russlands und Norwegens stehen für rund 60 Prozent der weltweiten Ölproduktion.

Zusage wird eingehalten

Yusgiantoro versicherte vor Journalisten zugleich, dass die OPEC ihre Zusage einhalten werde, die Fördermenge in zwei Schritten bis 1. August um 2,5 Mio. Barrel auf 26 Mio. Barrel pro Tag zu erhöhen: "Das wird sich nicht ändern." Das Kartell werde die Preisentwicklung bis zur nächsten Ministerrunde am 21. Juli sorgfältig beobachten, sagte der OPEC-Präsident weiter. Derzeit ziehe der Ölpreis nach zwischenzeitlichem Abwärtstrend wieder an und bewege sich auf einem Niveau um die 35 Dollar pro Barrel. "Das ist eine Frage der Politik", sagte Yusgiantoro ohne weitere Erläuterungen.

Steigender Ölpreis erwartet

Die weltweiten Rohölpreise werden nach Einschätzung Yusgiantoros wegen der weltpolitischen Entwicklungen voraussichtlich wieder anziehen. "Die Ölpreise werden wohl zunächst wieder steigen. (...) Dies liegt an den politischen Entwicklungen", sagte Yusgiantoro am Montag.

Die OPEC hatte bei ihrem Treffen Anfang Juni beschlossen, wegen des jüngst rasant gestiegenen Ölpreises die Förderquoten ab Juli zunächst um zwei Mio. Barrel täglich, im August dann um weitere 500.00 Mio. Barrel täglich zu erhöhen. Zuvor war der Ölpreis zeitweise auf den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren geklettert. Seit dem OPEC-Beschluss hat sich Öl aber wieder etwas verbilligt. In London kostete ein Barrel der marktführenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli zuletzt 35,60 Dollar. (APA/Reuters)