Klagenfurt - Der Kärntner SPÖ-Chef LHStv. Peter Ambrozy rechnet nach dem Wahldebakel für die FPÖ bei der Europawahl nicht mit einem Bruch der schwarz-blauen Koalition auf Bundesebene. Es sei sehr fraglich, ob die Freiheitlichen den Mut aufbringen würden, ihre Drohungen wahrzumachen. "Ich glaube, die FPÖ wird sich von der ÖVP anketten lassen", sagte Ambrozy am Montag.

"Watschen"

Es sei zwar ein Faktum, dass diese Bundesregierung keine Mehrheit mehr in der Bevölkerung habe, meinte Ambrozy vor Journalisten in Klagenfurt. Trotzdem glaube er nicht, dass es vorgezogene Neuwahlen geben werde. "Offen ist dabei, ob sich in der FPÖ der Kurs von Jörg Haider in Sozialfragen durchsetzt." Die FPÖ habe "Watschen" für die asoziale Politik der Bundesregierung erhalten, die ÖVP sei hingegen relativ ungeschoren davon gekommen, da sie sich ständig bedeckt halte. Auf Dauer werde sich die FPÖ aber nicht damit zufrieden geben, immer den "Schwarzen Peter" für die Maßnahmen der Regierung zu kassieren.

Ob Haider in die Bundespolitik zurückkehre, ist für Ambrozy keine relevante Frage, da er ohnehin "ständig die Linie der FPÖ vorgibt". Wenn die FPÖ sich künftig verstärkt sozialen Themen widmen wolle, denen sich Haider ja zugewandt habe, werde es Konflikte mit der ÖVP geben. Verfolge die Bundes-FPÖ weiterhin den jetzigen Regierungskurs, "dann wird die ÖVP vor ihrer Klientel gut dastehen und die FPÖ wird weiter abbauen", prognostizierte der SPÖ-Chef. (APA)