Frankfurt - Spekulationen um Zeitpunkt und Höhe der allgemein erwarteten Anhebung der US-Leitzinsen haben dem Dollar am Montag erneut Auftrieb gegeben. Der Euro kostete zuletzt 1,1962 Dollar und lag damit rund einen halben US-Cent unter dem Niveau des europäischen Freitagshandels.

"Die Psychologie spricht derzeit für den Dollar", sagte Devisenanalst Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank. "Es ist allerdings paradox, dass der Verlust von Kaufkraft einer Währung mit deren Aufwertung einhergeht", betonte er mit Blick auf die gestiegenen Inflationsrisiken in den USA.

Waren auf Konjunkturdaten

In diesem Zusammenhang warteten Anleger besonders gespannt auf die im Verlauf der Woche zur Veröffentlichung anstehenden Konjunkturdaten, die Hinweise auf die Entwicklung der US-Inflation liefern.

"Obwohl die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten erst am Dienstag ansteht, zittern bereits jetzt viele Marktteilnehmer davor", schrieb Analyst Christian Pohl vom Devisenbroker FXdirekt in einem Marktkommentar. "Bewahrheiten sich Alan Greenspans Warnungen, dass die Teuerung höher als erwartet ausfallen und die US-Notenbank daher die Zinskeule auspacken könnte, dürfte dies nicht nur die Spekulationen, sondern auch den Greenback weiter anheizen."

Den Auftakt der Flut an US-Konjunkturdaten bilden die für 14.30 Uhr (MESZ) angekündigten Einzelhandelsumsätze für Mai. (APA/Reuters)