Tripolis/Riad - Die verbale Schlammschlacht zwischen Libyen und Saudiarabien, ausgelöst durch Berichte über einen angeblichen libyschen Plan zur Ermordung des saudiarabischen Kronprinzen und Regenten Abdullah, hat am Montag einen neuen Höhepunkt erreicht. "Unsere Erinnerungen sind voll von ihren Verbrechen, und die Geschichte ist voll von ihrer Schande. Wir werden sie so lange angreifen, bis wir sie von der Arabischen Halbinsel vertrieben haben", drohte die halbamtliche libysche Zeitung "Al-Zahf Al-Akhdar" über das saudische Königshaus. Es sei kein Wunder, dass es im heiligen Land der Muslime "bewaffneten Widerstand" gebe, schrieb die Zeitung mit Blickrichtung auf die Anschläge von Terroristen aus dem Umfeld von Al Kaida in Saudiarabien.

Die libysche Regierung hatte vergangene Woche US-Medienberichte dementiert, wonach Revolutionsführer Muammar al Gaddafi ein Attentat auf den Kronprinzen genehmigt haben soll. Saudiarabische Medien hatten den Verdacht jedoch aufgegriffen und Gaddafi zum Teil sogar die Verantwortung für Anschläge gegen Ausländer im Königreich zugeschoben. Dem Vernehmen nach soll der ägyptische Geheimdienst bei der Aufdeckung des Komplotts zur Ermordung des Thronfolgers geholfen haben.

Keine neue Spur gab es am Montag bei der Suche nach dem US-Bürger Paul Johnson, der in Saudiarabien von Terroristen gekidnappt wurde. Das mit einer Sprengfalle präparierte Auto des Entführten war nach saudiarabischen Medienberichten am vergangenen Samstag in der Nähe einer Universität in Riad gefunden worden. Die Polizei in Riad dementierte unterdessen offiziell, dass am Sonntag die Leiche eines westlichen Ausländers neben einem Gebäude der Nationalgarde gefunden worden sei. (APA/dpa)