Wien - Es gibt zwar mit Michaela Mayer und Mario Steidl eine neue Leitung. Die Existenz des renommierten Jazzfestivals in Saalfelden ist allerdings nur für diesen Sommer gesichert. Die Weiterführung hängt von der Bilanz des kommenden Festes (27. bis 29. August) ab, die ausgeglichen zu sein hat. Mit einem Finanzloch von 350.000 Euro hatten Mayer und Steidl kürzlich die ehemaligen Geschäftsführer Gerhard Eder und Ursula Windhager abgelöst.

Jetzt steht das Sanierungskonzept, aber es entbindet das Festival selbst nicht davon, einen Beitrag zum Abbau der Altlasten zu leisten. Deshalb ist es noch nicht sicher, ob etwa das Subfestival Short Cuts stattfinden wird. Woher die Defizite kamen? Von den ehemaligen Geschäftsführern sei "jede Position des Budgets überzogen" worden, "ein Loch wurde mit dem anderen gestopft", so Steidl.

Heuer gibt es bei einem Budget von 7500.000 Euro vom Bund 26.000, vom Land 125.000 und von der Stadt 40.000 Unterstützung; der Tourismusverband ist mit 24.000 Euro dabei. Die Preise wurden um zehn Prozent erhöht; man rechnet mit 3.000 Gästen pro Tag.

Das Programm wirkt keinesfalls krisengeschüttelt. Zwar wird es auf der Hauptbühne ein Konzert weniger als bisher geben, aber mit Namen wie Charles Lloyd, Enrico Rava, Steve Coleman, Cecil Taylor (solo), Arto Lindsay, Don Byron und Wolfgang Muthspiel hat man Vertreter jener anspruchsvollen Prominenz eingeladen, die auch bisher zum tragfähigen Kompromiss zwischen Qualität und Breitenwirkung beigetragen hat.

Ergänzt wird das Programm durch die amerikanisch-japanische Formation Cuong Vu & Scratch, sowie Henri Texier, den Pianisten Hannes Löschel und das polnische Projekt "Robotobibok". (tos/DER STANDARD, Printausgabe, 15.6.2004)