Belgrad - Der serbisch-montenegrinische Außenminister Vuk Draskovic meint, dass ein eventueller Wahlsieg des Ultranationalisten Tomislav Nikolic bei der Stichwahl für das serbische Präsidentenamt am 27. Juni "mehr als nur gefährlich" wäre. Serbien würde dadurch erneut politisch instabil werden. "Außerdem würde der Sieg des Präsidentschaftskandidaten der Serbischen Radikalen Partei bei den bevorstehenden Kommunalwahlen (im Herbst) und bei eventuellen vorgezogenen serbischen Parlamentswahlen auch dem Sieg anderer politischer Kräfte der Ära von Slobodan Milosevic Tür und Tor öffnen", sagte Draskovic.

"Nikolic im Amt des serbischen Präsidenten würde die Existenz des Staatenbundes gefährden und wesentlich die Aussichten auf die Umsetzung der Resolution des UNO-Sicherheitsrates zum Kosovo (vom Juni 1999) schmälern", meint der Außenminister des Staatenbundes. In der UNO-Resolution wird die südserbische Provinz als Bestandteil des einstigen Jugoslawien bzw. Serbien-Montenegros behandelt.

"Demokratische Kräfte vereinen"

Der einzige Weg zur Wahrung der Stabilität des Landes und seines Fortschreitens in Richtung der EU wäre daher der Sieg des Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei, Boris Tadic. "Es ist nun am Wichtigsten, dass sich alle demokratischen Kräfte vereinigen und den Sieg von Tadic sichern (...) Im Gegenfall droht die Rückkehr in die Vergangenheit, in die Ära von Slobodan Milosevic, in die Zeit von politischer Instabilität, Hass, Konflikten und Isolation", ist sich Draskovic sicher.

Seine Serbische Erneuerungsbewegung (SPO) hat heute, Montag, bereits ihre Unterstützung für Tadic bekräftigt. Der SPO-Bündnispartner in der serbischen Regierung, die Demokratische Partei Serbiens (DSS) von Vojislav Kostunica, hat sich im Hinblick auf die Stichwahl noch nicht geäußert. "Hat es bisher womöglich noch Unentschlossenheiten gegeben, so darf es sie nicht mehr geben. Das Übel ist vor der Tür", so Draskovic. (APA)