Rom - Nach dem Austritt aus der postfaschistischen Alleanza Nazionale (AN) von Gianfranco Fini feiert die italienische Parlamentarierin und Duce-Enkelin Alessandra Mussolini ihren ersten Erfolg im Alleingang. An der Spitze eines vor zwei Monaten gegründeten Bündnisses rechtsextremistischer Kleinparteien eroberte die 41-Jährige einen Sitz im Europäischen Parlament. Mussolini steht der Alternativa Sociale (Soziale Alternative) vor, an der sich auch die rechtsextremistischen Gruppen Forza Nuova und Fronte Sociale Nazionale beteiligen.

Die Alternativa Sociale erhielt 1,2 Prozent der Stimmen - das Doppelte von dem, was Experten vor den Wahlen vermutet hatten. Die rund 398.000 Stimmen genügten Mussolini für die Verwirklichung ihres politischen Traumes. "In knapp zwei Monaten und mit einem Wahlkampfbudget von 25.000 Euro konnten wir der Alleanza Nazionale Hunderttausende von Stimmen entziehen und beweisen, dass wir die wirkliche Rechte in Italien sind", kommentierte die Politikerin.

Unermüdlich war die Mutter von drei kleinen Kindern in den vergangenen Wochen durch Italien getourt, um ihre neue Bewegung vorzustellen. Erstmals führte die vor 12 Jahren in die Politik eingestiegene Parlamentarierin einen Wahlkampf ohne die Unterstützung einer Großpartei wie der AN, aus der sie im vergangenen November ausgetreten war. Mussolini hatte die Alleanza Nazionale aus Protest gegen Vizepremier Fini verlassen, der bei einem Israel-Besuch den Faschismus verurteilt hatte.

Mit ihren Slogans gegen das Wahlrecht für Immigranten bei Kommunalwahlen und für die Erhaltung des Sozialstaates eroberte die Politikerin die Stimmen vieler Hardliner der italienischen Rechten. Mussolini versprach im Wahlkampf unter anderem eine Volksabstimmung gegen den Euro, der ihrer Ansicht nach für die Teuerungswelle der vergangenen Jahre und die "Verarmung" der Italiener verantwortlich ist. (APA)