Kairo - Irakische Extremisten haben scheinbar einen Libanesen entführt. Die unbekannte Gruppe werfe dem Mann vor, für die USA spioniert zu haben, berichtete der arabische Fernsehsender Al Arabiya am Montag. "Ich bin Habib Khalil Samour", sagte die Geisel in einer Videoaufnahme, die der Sender ausstrahlte. Bei dem Mann handelt es sich demnach um einen von drei Libanesen, die nach Angaben der libanesischen Regierung in der vergangenen Woche verschleppt worden waren. Einer von ihnen war am Freitag erschossen worden. Ein anderer Landsmann war nach einer Lösegeldzahlung am Wochenende freigelassen worden.

"Ich arbeite für ein Unternehmen, das, so glaube ich, Berichte an die Amerikaner geliefert hat. Ich bin nach dem Fall von Bagdad gekommen, um solche Studien über die psychische Verfassung und die Meinung der Iraker durchzuführen", sagte Samour in dem Video. "Ich rufe die libanesische Regierung auf, mich aus dieser Lage zu befreien; ich weiß nicht, wie ich in diese Lage gekommen bin." Weiters sagte er, er werde gut behandelt.

In einer Stellungnahme erklärten die "Brigaden des Islamischen Zorns", Samour habe für eine arabische Firma gearbeitet, die mit der US-geführten Koalition kooperiere. Die Stellungnahme datierte vom 10. Juni.

Irakische Widerstandsgruppen haben in den vergangenen Monaten Dutzende ausländische Geiseln genommen, die meisten aber wieder freigelassen. Einige Geiseln wurden von ihren Entführern getötet, darunter ein Libanese und ein Italiener. Zuletzt kamen am Donnerstag sieben Türken frei, die einige Tage zuvor in Falluja verschleppt worden waren. (APA/Reuters/AP)