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Die Parteispitze vor der Sitzung.

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Haubner übernimmt von Haupt

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Die Parteispitze nach der Sitzung: Haubner und Haider im "Team der besten Köpfe". Der blaue Stammspieler der letzten Jahre, Herbert Haupt, wird - zunächst einmal auf Bundesobmann-Ebene - ausgetauscht.

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Wien - Die Freiheitlichen erhalten als Konsequenz aus der schweren Niederlage bei der EU-Wahl eine neue Parteiführung. Die bisherige geschäftsführende Obfrau Ursula Haubner (58) wird neue Parteichefin und damit Nachfolgerin von Herbert Haupt. Sie wird sich ein "Team der besten Köpfe" nach ihren Wünschen zusammenstellen. Fix in diesem Führungsteam vertreten sein wird Haubners Bruder, der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Dieser kündigte an, dass sich die FPÖ in der Koalition künftig besser profilieren werde und stellte eine Umbildung des FPÖ-Regierungsteams in Aussicht.

Im Ö1 Mittagsjournal vom Mittwoch beschrieb Haubner die offizielle Rolle von Haider als "politischer Konsulent, weil wir können immer wieder vom Beispiel Kärnten lernen."

Einstimmiger Beschluss

Die Designierung Haubners erfolgte im Bundesparteivorstand am späten Dienstagabend einstimmig. Die offizielle Kür wird am 3. Juli auf einem Parteitag erfolgen, der - dem Vernehmen nach - in Wien oder Salzburg stattfinden soll. Haubner will mit dem neuen Führungsteam "neu durchstarten". Wer Magda Bleckmann nachfolgt, die ein Baby erwartet und daher aus der Funktion der Generalsekretärin ausscheiden wird, ist noch offen. Haubner kündigte nur an, dass im Generalsekretariat die Weichen neu gestellt und dort auch eine "Stabsstellen für Organisation und Marketing" eingerichtet werden sollen.

Haider macht Druck auf Regierungsumbildung

Laut Haubner war die Frage der Regierungsumbildung in der Vorstandssitzung kein Thema. Ihr Bruder wurde - nach der Pressekonferenz - im Gespräch mit Journalisten jedoch deutlich: "Ich gehe davon aus, dass die neue Parteiobfrau das Regierungsteam umbilden wird."

Kein Gang in die Opposition, aber "Paradigmenwechsel"

Ein - nach der Wahl in der FPÖ diskutiertes - Ausscheiden aus der Bundesregierung scheint jetzt kein Thema mehr zu sein. Haider betonte, die Koalition mit der ÖVP soll bis 2006 halten. Allerdings werde die FPÖ ihren Kurs ändern. Wörtlich sprach der Landeshauptmann von einem "Paradigmenwechsel". Die Politik der Regierung müsse "harmonischer und sozial verträglicher" werden. Auch ein "Umschreiben" des Koalitionsabkommens schloss Haider nicht aus. Das Reformtempo müsse verringert werden.

Erste Forderung

Und Haider nannte auch bereits eine konkrete Forderung an den Koalitionspartner: Die von ÖVP-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat im Zuge der Gesundheitsreform vorgeschlagenen Landesgesundheitsagenturen dürften nicht kommen.

Haubner ist seit Februar 2003 Sozialstaatssekretärin. Im Herbst des Vorjahres - nach den Wahlniederlagen in Oberösterreich und Tirol - wurde sie geschäftsführende Parteiobfrau. (APA/red)