Eine große Mäuseplage macht heuer vor allem die Hobbygärtner zu schaffen. Im Garten- und Obstbaureferat der Salzburger Landwirtschaftskammer gehen pro Woche rund 60 Beschwerden über die kleinen Nagetiere ein. Aber auch Blattläuse und Schnecken hinterlassen in den Gemüsebeeten und an den Zier- sowie Obstpflanzen eine Spur der Verwüstung. Die Mäuse- und Schädlingspopulationen konnten sich im langen, schneereichen aber milden Winter sehr gut vermehren. Zudem brachte der Hitzesommer 2003 genügend Futterreserven, informierte Referatsleiter Hans-Georg Stallmann im APA-Gespräch.

Blattläuse

Blattläuse saugen sich traubenförmig an den Rosenknospen oder anderen Pflanzen fest, unzählige Schnecken fressen sich durch die Gemüsebeete. Feldmäuse flitzen einem tagsüber direkt vor die Schuhe. Diese Szenarien erleben seit den ersten Frühlingstagen nicht nur die Garten- und Hausbesitzer in den Tälern. Sogar auf über 1.000 Meter Seehöhe reißt die Plage nicht ab. "Wir beobachten heuer viel mehr Mäuse als in den vergangenen Jahren", sagt Landwirtin Lisi Matieschek von der Gruberalm in Hintersee.

Mäuseplage

"Man kann heuer tatsächlich von einer Mäuseplage sprechen. Sie konnten sich im trockenem, warmen Sommer 2003 gut vermehren. Im Herbst war das Nahrungsangebot groß, der Winter brachte relativ milde Temperaturen. Die Mäuse gruben unter der Schneedecke ihre Gänge und fanden genügend zu fressen. Deshalb überlebten die meisten Mäusefamilien", begründet Stallmann die "Invasion der Mäuse". Die Anrufer, die sich bei den Experten der Landwirtschaftskammer melden, klagen auch über Nageschäden in den Holzlagen und Schuppen. Sogar Plastik werde angeknappert.

Schlangen

All zu lange dürfte die Plage aber nicht anhalten. Die Natur reagiert schnell. Krankheiten brechen aus, zudem bringen Raubtiere wie beispielsweise Füchse und auch Schlangen - beide Tierarten ernähren sich auch von Mäusen - durch das große Futterangebot noch mehr Junge zur Welt, die wiederum für eine Reduzierung der Mäusepopulation sorgen. Bergsteiger und Wanderer berichten jetzt schon über zahlreiche Schlangen, hauptsächlich Ringelnattern und Kreuzottern schlängeln sich über die Wege. Nach einer alten Weisheit folgt auf ein Mäuse- ein Schlangenjahr.

Natürliche "Repellents"

Vom Griff zu Giftmitteln rät Stallmann ab. Auch das Auslegen von Mäusefallen habe wenig Sinn. "Man kommt gar nicht mehr nach". Gegen Blattläuse helfen natürliche Mitteln wie Brennnesseljauche, Lavendel, der neben den betroffenen Pflanzen gesetzt wird, oder Seifenlösungen. Diese natürlichen "Repellents" können bis zu 70 Prozent wirken, allerdings nur dann, wenn sie gleich nach dem Läusebefall angewandt werden. Nach etwa drei Wochen wechseln die Läuse ihren "Wirten", dann ist die Bekämpfung ohnehin zu spät. Schnecken können eingesammelt und in den Wald getragen oder im kochenden Wasser getötet werden, meint ein pensionierter Profigärtner. (APA)