Wien - Ab Mittwoch sollten etwa 1.000 Asylwerber aus dem Flüchtlingslager Traiskirchen (NÖ) mit Bussen in jene Bundesländer transportiert werden, die noch immer zu wenige Asylquartiere zur Verfügung gestellt haben. Das berichtete der "Kurier" (Dienstag-Ausgabe). Innenminister Ernst Strasser (V) reagiert damit darauf, dass vier Bundesländer die im neuen Asylgesetz vorgesehene Quote noch immer nicht erfüllen. Am Dienstag hat Strasser diesen Transport dann wieder abgesagt.

Michael Chalupka, Direktor der Österreichischen Diakonie, vor der Absage des Transports: "Hier werden Menschen von der Politik zum Spielball degradiert. Ich erwarte mir sofortige Lösungen und keinen Aktionismus." Rot Kreuz-Generalsekretär Wolfgang Kopetzky spricht im "Kurier" von politischer Kälte: "Wo bleiben die menschlichen Lösungen? Diese Vorgangsweise zwischen Bund und Länder ist in höchstem Maße irritierend. Es bleiben Menschen auf der Strecke."

Das Lager Traiskirchen sollte bereits seit 1. Mai, als Erstaufnahmezentrum - statt etwa 1700 Insassen maximal 200 Personen beherbergen. Der aktuelle Stand aber beträgt mit Montag immer noch 1600 Flüchtlinge. (APA)