Graz - "Genomforschung in der Medizin: Was habe ich davon?" - unter diesem Titel bitten die Verantwortlichen des österreichischen Genomforschungsprogramms GEN-AU am kommenden Donnerstag, 17. Juni, zu einem "Diskurstag" in die Grazer Stadthalle. Interessierte Bürger können mit Mitarbeitern des Forschungsprogramms neue Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft diskutieren.

Das Genom stellt die Gesamtheit der Gene und der Gesamt-DNS-Sequenz eines Individuums oder einer Art dar. Es enthält somit die genetische Information für alle Proteine einer Zelle bzw. eines Organismus. In der Medizin eröffnen sich durch die Untersuchung des menschlichen Genoms neue Ansätze hinsichtlich Diagnostik, Prävention und Therapie. Durch die Analyse des menschlichen Genoms werden beispielsweise immer mehr genetische Risikofaktoren für einzelne Krankheiten bekannt, so dass letztlich Aussagen möglich werden, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Krankheit auftreten wird.

Diskussion über ethische Auswirkungen

Hier besteht aber auch die Gefahr, dass der Druck auf Schwangere, gesunde Kinder zur Welt bringen, mit den Möglichkeiten der Pränataldiagnostik steigt. Wie werden Ärzte das immer komplexer werdende Wissen aus der Genomforschung managen, um ihre Patienten optimal zu beraten und werden alle Patienten in den Genuss der optimalen Versorgung komme? Diese und weitere mögliche Auswirkungen und Herausforderungen der medizinischen Genomforschung auf das Individuum und die Gesellschaft stehen in der Grazer Stadthalle zur Diskussion. (APA)