Wien - Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach (F) und Vertreter der Gewerkschaft werden Donnerstagvormittag im Streit um die Teilprivatisierung des Postbusses zu Gesprächen zusammentreffen. Gorbach will die Gewerkschaft von den angekündigten Streiks abbringen. "Nicht die Teilprivatisierung, sondern ein Streik schadet dem Postbus und gefährdet Arbeitsplätze", meinte Gorbach, der in einer Aussendung an "Verantwortungsbewusstsein und Vernunft der Gewerkschaft" appellierte.

"Guter Kurs"

Der Verkehrsminister verteidigte einmal mehr das Vorgehen der Regierung. Die Fusion von Bahnbus und Postbus, die noch heuer abgeschlossen werden soll, habe das Unternehmen auf einen guten Kurs gebracht. Der Ministerrat habe die Übernahme des Postbus durch die ÖBB aber nur unter der Voraussetzung der Teilprivatisierung eines Drittels genehmigt - nicht nur aus betriebswirtschaftlichen Gründen, sondern auch weil das Wettbewerbsrecht und die EU-Bestimmungen dies vorgeben würden, erklärte Gorbach.

Kritik übt der Verkehrsminister daran, dass die Gewerkschaft schon vor dem Treffen am Donnerstag in einer Personalvertretersitzung schon heute, Dienstag, über mögliche Streiks beraten will. Die Gewerkschaft weist den Vorwurf zurück. Die Personalvertretersitzung sei bereits seit langem geplant gewesen, Gorbach habe sich wegen des Donnerstag-Termins erst diese Woche an die Gewerkschaft gewandt, sagte Betriebsratschef Robert Wurm am Dienstag zur APA. (APA)