Wien - Die Situation am heimischen Arbeitsmarkt erholt sich nur langsam, in den Bereichen Banken, Versicherungswesen und Immobilien bleibt die Lage angespannt. Dies ergab die jüngste quartalsmäßig durchgeführte Beschäftigungsumfrage des heimischen Personaldienstleisters Manpower GmbH, die heute, Dienstag, veröffentlicht wurde.

Österreicher verhalten

Während Arbeitgeber in den übrigen europäischen Ländern einem Wirtschaftsaufschwung zuversichtlich entgegensehen, sind die Österreicher verhalten und glauben nicht, die Rekord-Arbeitslosenzahlen der vergangenen Monate umkehren zu können. Im 3. Quartal 2004 rechnen laut Manpower-Umfrage 12 Prozent aller Unternehmen mit zusätzlichen Mitarbeitereinstellungen, 10 Prozent befürchten Kündigungen, 77 Prozent gehen von einer unveränderten Beschäftigungslage aus. Daraus ergibt sich ein positiver Beschäftigungsausblick von 2 Prozent.

Fast alle Bundesländer erwarten positive Jobchancen mit Netto-Zuwächsen zwischen 3 und 7 Prozent. Nur in Wien und in der Steiermark sind die Aussichten mit minus 4 Prozent bzw. minus 2 Prozent negativ.

Vorletzter in Europa

Im europäischen Bereich ist Österreich damit auf den vorletzten Platz zurückgefallen. Nur deutsche Arbeitgeber sehen dem 3. Quartal noch besorgter entgegen. Sie befürchten sogar Netto-Kündigungen von minus 4 Prozent. Alle anderen Länder erwarten deutliche Personal-Neuaufnahmen von mindestens netto plus 4 Prozent. Den Rekord hält Irland mit plus 18 Prozent, gefolgt von Schweden mit plus 16 Prozent und jeweils plus 14 Prozent für Spanien und Großbritannien.

Nach Wirtschaftssektoren wird es im 3. Quartal in den Bereichen Kredit, Versicherungen und Immobilien, im Bauwesen, in der Gastronomie und Hotellerie und im Bereich Verkehr und Telekommunikation Personalkürzungen geben. Gut sind hingegen die Jobaussichten in den Bereichen Handel und in der Sparte Öffentliche Hand und Soziales, sowie im Bergbau und in der Rohstoffgewinnung, in der Land- und Forstwirtschaft und in der Sachgütererzeugung. (APA)