Leipzig - Der Umzug des Leipziger Bildermuseums in den größten Museumsneubau in Ostdeutschland kann beginnen: Am Dienstag wurden in Leipzig symbolisch die Schlüssel für das neue Museum der bildenden Künste in der Innenstadt übergeben. Die Eröffnung der Sammlungen ist für den 4. Dezember geplant - zwei Jahre später als ursprünglich vorgesehen. Wegen Problemen am Bau und mit Baufirmen waren die Kosten von 58,1 Millionen Euro auf 73,5 Millionen Euro gestiegen. Bund und Land Sachsen steuern jeweils 15 Millionen Euro zu den Baukosten bei.

Das nach einem Entwurf des Berliner Architektenbüros Hufnagel-Pütz-Rafaelian entstandene Gebäude soll ein 60 Jahre langes Provisorium für eine der bedeutendsten bürgerlichen Kunstsammlungen Deutschlands beenden. Das alte Leipziger Bildermuseum am Augustusplatz war in der Nacht zum 4. Dezember 1943 von Fliegerbomben zerstört worden. Seither waren die Sammlungen an verschiedenen Orten untergebracht, unter anderem 40 Jahre lang im Leipziger Reichsgerichtsgebäude.

Fahrplan

Der Umzug der Büros, Werkstätten und der Bibliothek in das neue Domizil soll sofort beginnen, der Transport der Kunstwerke - 3500 Gemälde, 1000 Skulpturen, 60.000 Zeichnungen und grafische Blätter - folgt Mitte Juli.

Nun müsse in der Bevölkerung für den wegen seiner Kosten und seiner Architektur umstrittenen Bau geworben werden, sagte Leipzigs Kulturdezernent Georg Girardet (FDP) bei der Schlüsselübergabe. "Die äußere Erscheinung hat manchen provoziert. Aber jeder, der drin war, sagt, es könne ein gelungenes Museum werden." Mit 38 Metern Höhe überragt der mit gläsernen Empfangshallen aufgelockerte Betonbau in deutlich die Umgebung.(APA/dpa)