Bagdad - Der irakische Übergangspräsident Ghazi al Yawar schließt eine Beteiligung des radikalen Schiitenführers Muktada al Sadr an der politischen Führung Iraks nicht aus. Sadr müsse dafür allerdings die gegen ihn gerichteten Mordvorwürfe entkräften und seine bewaffnete Miliz auflösen, sagte Yawar am Dienstag in Bagdad. "An seiner Stelle würde ich mich politisch betätigen, statt zu den Waffen zu greifen", sagte der Überganspräsident.

Am Freitag hatte ein Stellvertreter Al Sadrs gesagt, der fundamentalistische Prediger könnte die am 1. Juni benannte Übergangsführung des Irak akzeptieren, wenn diese ein Ende der Besatzung verlange und ein Datum für den Abzug der ausländischen Truppe nenne.

Al Sadr befehligt einen seit mittlerweile zweieinhalb Monaten andauernden Aufstand gegen die US-geführten Truppen im Irak. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor. US-Militärs machen ihn unter anderem für die Ermordung eines geistlichen Rivalen im Frühjahr vergangenen Jahres verantwortlich. (APA)