Johann Pinter, Komponist, Musikpädagoge, Dirigent und Leiter der vokal.akademie.wien, will einen Rekord aufstellen: Für Samstag (19. Juni) hat der Burgenländer im Amtshaus Wien-Margareten eine 24-stündige Chorprobe angesetzt. Das "24-Stunden-Happening" ist zugleich ein Rückblick auf die vielfältigen Projekte, die der Musiker in den vergangenen acht Jahren in Wien realisiert hat, erklärt er im Gespräch mit der APA. Jede der 24 Stunden ist einer anderen musikalischen Stilrichtung gewidmet.

Die Palette reicht von Gregorianischen Gesängen über Verdi bis zu Musical- und Gospel-Songs. 80 bis 100 sangesfreudige Menschen haben ihre Teilnahme zugesagt, darunter auch prominente Special Guests wie Eva Maria Marold, Andy Baum, Ines Reiger oder Juci.

Bisheriger Rekord liegt bei 21,5 Stunden

Den bisherigen Rekord hält ein deutscher Chor, der 21,5 Stunden lang durchgehend gesungen hat, unterbrochen nur von 30 Sekunden Pause pro Stunde und einer Viertelstunde Pause alle acht Stunden. "Ich finde das wirklich verrückt. Das ist absolut unmenschlich", so Pinter. In seiner Chorprobe dürfen die Sänger wechseln. "Etwas Anderes könnte ich als Gesangspädagoge ja gar nicht vertreten." Das Ganze soll "sehr behutsam angegangen werden", mit Einsingen, Körper- und Atemübungen sollen die Stimmen geschont und gepflegt werden.

Die Anregung zu dem Projekt kam Pinter über die TV-Krimi-Serie "24". "Mir geht es nicht darum, einen Wahnsinns-Rekord aufzustellen, sondern darum, sich 24 Stunden lang mit einer Materie zu beschäftigen." Als das Polycollege Stöbergasse ihn gebeten habe, eine Art Rückschau-Projekt auf seine Arbeit zu gestalten, habe die Idee dann konkrete Züge angenommen. Ein Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde ist übrigens auch bei Gelingen der Aktion nicht gesichert. "Es gibt zu viele Rekordversuche, um alle ins Buch aufzunehmen. Aber man erhält ein Zertifikat", so Pinter.

Das Happening am Samstag ist für Zuschauer zugänglich. Auch Mitwirkende sind noch willkommen. (APA)