Klagenfurt - Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) hat Innenminister Ernst Strasser (V) gedroht, die 15a-Vereinbarung über die Aufteilung von Asylanten aufzukündigen, sollten tatsächlich Flüchtlinge in Bussen nach Klagenfurt gebracht werden. "Wenn der Minister jetzt den starken Mann spielt, wird er sich noch wundern", sagte Haider am Dienstag beim Pressegespräch nach der Regierungssitzung. Dann könne der Bund wieder die Betreuung aller Asylanten übernehmen.

Der Landeshauptmann erinnerte daran, dass die Länder die 15a-Vereinbarung auch deshalb eingegangen seien, weil Strasser bei der Zuteilung von Flüchtlingen ein "behutsames Vorgehen" versprochen habe. Daher solle sich der Minister auch an die Spielregeln halten. Auch Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) als derzeitiger Vorsitzender LH-Konferenz sei über die Vorgangsweise des Ministers "hell empört", betonte Haider.

Für den Kärntner FPÖ-Landesobmann Martin Strutz ist die von Strasser angekündigte "Verschickungsaktion von Asylanten" aus dem Flüchtlingslager Traiskirchen in die Bundesländer ein "unglaublicher menschlicher Skandal, der seinesgleichen sucht". Der Innenminister habe in der Asylpolitik "vollkommen versagt, das heillose Chaos verursacht und versuche sich jetzt an den Ländern abzuputzen," stellte Strutz fest. Kärnten habe auf Grund seiner Größe die Asylantenquote "mehr als erfüllt" und immer gute Zusammenarbeit auch mit dem Innenministerium gepflogen. Strasser gehe es ausschließlich um eine "Showpolitik" und die betroffenen Menschen seien ihm dabei vollkommen egal. (APA)